Upcycling-Aktionstag
Was für ein toller Tag!
Aus gebrauchten Materialien wurden wieder schöne, nützliche Dinge: Upcycling ist eine tolle Möglichkeit, Überkonsum etwas Nachhaltiges entgegenzusetzen.
Deshalb waren heute gemeinsam mit vielen anderen Initiativen und Vereinen auf dem Opernplatz in Kassel – zum ersten Upcycling-Aktionstag.
Bei unserem Greenpeace-Stand konnte man verschiedene Stopftechniken lernen, kleine Patches besticken, aus alten Stoffen kleine Beutelchen oder Pferdchen nähen.

Und bei den anderen? Es gab so viel zu sehen und bestaunen: Spinnen am Spinnrad, funktionierende Gitarren aus alten Zigarettenkisten, Siebdruck, Bötchen bauen aus Tetrapacks, Jonglierbälle aus Lederresten, kleine Sukkulententabletts bauen und vieles mehr.
So viele begeisterte Menschen, so viele getauschte Ideen und Anregungen, wie verschiedenste Materialien weiter genutzt werden können. Ein rundum gelungener Aktionstag.
Was bedeutet Upcycling?
Upcycling ist ein Kunstwort, bestehend aus „up“ für „nach oben“ (oder „Verbesserung“) und „recycling“. Es beschreibt die kreative Wiederverwertung von Materialien oder Produkten, die ansonsten auf dem Müll landen würden. Der Begriff steht im Gegensatz zum Recycling, bei dem Materialien industriell verarbeitet und, oft energieintensiv, in ihre Grundstoffe zerlegt werden. Der Gedanke des Upcyclings ist somit auch als Kritik am Recycling zu verstehen, denn oft betont die Industrie die angebliche Umweltfreundlichkeit von Einwegverpackungen – und produziert dann noch mehr Müll. Denn: Recycelte Produkte sind meist minderwertiger als die ursprünglichen, weswegen hier auch von „Downcycling“ die Rede ist.
Beim Upcycling hingegen bleiben die ursprünglichen Materialien stattdess
en erhalten und bekommen eine neue Funktion. Es ist also weit mehr als eine Reparatur: So wird ein Tisch aus einer Obstkiste, ein Windlicht aus einer leeren Flasche oder ein Kissenbezug aus einem geliebten T-Shirt.
Dabei ist Upcycling kein Selbstzweck: Wenn für die Aufwertung eines Stücks mehr zusätzliche Materialien und Ressourcen benötigt werden als für die Neuanschaffung, ist der Nachhaltigkeitsgedanke hinfällig. Wer durch eigenes Upcyceln tatsächlich Neuanschaffungen vermeidet, kann allerdings neben Müll auch Geld sparen.

Warum ist Upcycling ökologisch sinnvoll?
Neue Produkte herzustellen, erfordert Rohstoffe, Energie und verursacht Emissionen. Durch Upcycling können wir diese Prozesse vermeiden oder reduzieren. Es trägt bei zur:
- Ressourcenschonung, da keine oder kaum neuen Materialien nötig sind.
- Müllvermeidung, indem wir Gegenstände weiter nutzen statt entsorgen.
- Bewusstseinsbildung, indem wir – und andere, die das kreative Ergebnis sehen – unser Konsumverhalten reflektieren und verändern.
Daher kann Upcycling dem linearen Wirtschaftssystem („Produzieren – Konsumieren – Wegwerfen“) etwas entgegensetzen und ist ein Schritt zur Kreislaufwirtschaft.
Fotos und Text: Jannes M., Vera Fleck, Margareta Malmgren Köller und Veronika Lichtenfeld






