Kassel in der Hitze: 71 Grad auf Asphalt, 32 Grad unter Bäumen

Wie stark heizen sich versiegelte Flächen in Kassels Innenstadt an heißen Tagen auf? Wir haben nachgemessen – und die Ergebnisse sind alarmierend: Bei einer Lufttemperatur von rund 34 Grad Celsius zeigte unser Messgerät am Freitag, den 14. August 2026, auf sonnigem Asphalt am Königsplatz Temperaturen zwischen 64 und 71 Grad Celsius an. Nur wenige Meter weiter, im Schatten von Bäumen, lagen die gemessenen Bodentemperaturen dagegen bei etwa 30 bis 32 Grad.
Der Unterschied zeigt deutlich, welchen Einfluss Bäume, Schatten und begrünte Flächen auf das Stadtklima haben können. Und solche extremen Hitzetage sind kein isoliertes Phänomen: Warum Hitzewellen im Zuge der Klimakrise häufiger und intensiver werden, erklärt Greenpeace Deutschland im Hintergrundartikel Hitzewelle und Klimakrise: Immer öfter, immer heißer.
Extreme Hitze in der Innenstadt
Der Königsplatz gehört zu den am stärksten frequentierten Orten Kassels. Hier kaufen Menschen ein, warten auf die Trams oder überqueren den Platz auf dem Weg durch die Innenstadt. Gerade dort treffen große versiegelte Flächen und intensive Sonneneinstrahlung aufeinander.
Bei unserer Messaktion richteten wir ein Temperaturmessgerät auf verschiedene Oberflächen. Unter den Bäumen am Rand des Platzes wurden etwa 32 Grad gemessen. Auf dem Asphalt in der Nähe des Wasserspeiers lagen die Werte bei ungefähr 40 bis 42 Grad. Auf den großen, unbeschatteten Flächen stieg die Temperatur dagegen auf 64 Grad – an einer weiteren Stelle sogar auf rund 71 Grad.
Diese Unterschiede sind deutlich spürbar. Wo Bäume Schatten spenden oder Wasser für etwas Abkühlung sorgt, bleibt die Umgebung wesentlich kühler. Auf vollständig versiegelten Flächen kann sich die Hitze dagegen besonders stark stauen.
Hitze ist dabei weit mehr als nur unangenehm. Sie kann insbesondere für ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und andere besonders gefährdete Gruppen zu einer erheblichen gesundheitlichen Belastung werden. Was Sie selbst an besonders heißen Tagen tun können und welche Maßnahmen unsere Städte kühler machen können, hat Greenpeace Deutschland in den 7 Tipps gegen Hitze zusammengestellt.
- Cool Our Cities Greenpeace Kassel
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Mehr Bäume, weniger versiegelte Flächen
Mit unserer Aktion wollten wir sichtbar machen, wie dringend Städte an die zunehmende Hitze angepasst werden müssen. Mit Kreide und Sprühkreide markierten wir besonders heiße Stellen und machten deutlich, was dort stattdessen möglich wäre: „Hier könnte ein Baum stehen“ oder „Hier könnten Blumen wachsen“.
Bäume und andere Pflanzen können Schatten schaffen und durch Verdunstung zur Abkühlung beitragen. Gleichzeitig können entsiegelte und begrünte Flächen Regenwasser aufnehmen und die Aufenthaltsqualität in der Stadt verbessern.
Der Wasserspeier am Königsplatz und die vorhandenen Bäume sind wichtige Elemente. Unsere Messungen zeigen jedoch auch: Das reicht nicht aus. Wir brauchen deutlich mehr Begrünung, Schatten und entsiegelte Flächen, damit sich unsere Innenstädte an heißen Tagen weniger stark aufheizen und die Gesundheitsbelastung durch Hitze reduziert wird.
Unsere Forderung: COOL OUR CITIES!
Kennen Sie einen besonders heißen Ort?
Kennen Sie in Kassel oder einer anderen Stadt ebenfalls einen stark versiegelten Platz, der sich im Sommer besonders aufheizt? Dann tragen Sie diesen Ort auf der interaktiven Greenpeace-Karte ein und teilen Sie uns mit, was Sie sich dort stattdessen wünschen – zum Beispiel Bäume, Blumen, Grünflächen oder andere Möglichkeiten zur Abkühlung.
Hier geht es zur interaktiven Karte!
Gemeinsam können wir sichtbar machen, wo unsere Städte dringend grüner und besser an Hitze angepasst werden müssen – und wo aus Hitze-Hotspots künftig kühle, lebenswerte Orte werden können.









